Krawattenknoten und wie sie gebunden werden
Der Four-in-hand
Es gibt eine Vielzahl von Krawattenknoten, tatsächlich kommen die meisten Männer aber mit drei Grundknoten aus. Der simpelste und zugleich wichtigste ist der so genannte einfache Knoten oder Four-in-hand. Er passt zu allen Krawatten, Kragen und Looks. Der Four-in-hand hat immer einer eher längliche Form, wobei die Breite der Krawatte im mittleren Bereich seine genauen Ausmaße bestimmt.
Legen Sie die Krawatte so um den Hals, dass das breitere Ende rechts liegt. Es muss länger herunterhängen als das schmalere. Fassen Sie nun das breite Ende mit der rechten Hand und legen Sie es nach links über das schmale Ende, das Sie mit der linken Hand halten. Führen Sie nun das breite um das schmale Ende herum, so dass es links zu liegen kommt. Die Form des Krawattenknotens ist nun schon zu erahnen.
Führen Sie jetzt das breite Ende unter den halben Knoten, den Sie etwas anheben. Führen Sie das breite Ende mit der linken Hand von unten über den halben Knoten und ziehen Sie das ganze breite Ende nach vorne durch.
Führen Sie das breite Ende nun mit der rechten Hand zwischen die äußere und die darunter liegende Lage des Knotens und ziehen Sie es durch. Halten Sie das schmale Ende der Krawatte fest und ziehen Sie den Knoten langsam zu. Nicht vergessen: Den Hemdkragen zuknöpfen.
Wichtig: Wenn der Knoten fertig ist, sollten beide Enden etwa gleich lang sein und die Gürtelschließe berühren. Bei einem sehr großen Mann wird das nicht immer gelingen, dafür ist die Krawatte mit durchschnittlich 1,45 m Länge zu kurz. Allenfalls die Breitseite des Binders wird sich in Bundhöhe einpendeln, das dünne Ende dagegen ein ganzes Stück weiter oben.
Der Albert-Knoten
Kleinere Männer kämpfen häufig mit zu langen Krawatten. Egal wie sie es anstellen, die Enden hängen immer deutlich zu weit über die Gürtelschließe hinab. Ihnen hilft es, das breite Ende mehrmals herumzuwickeln. Diese Knotenvariante hat natürlich auch einen Namen, sie nennt sich Albert. Wer einen besonders großen, dabei aber länglichen Knoten bevorzugt, wie ihn übrigens auch die Italiener sehr schätzen, sollte den Albert unbedingt beherrschen. Der Ablauf des Bindens ist weitgehend mit dem des Four-in-hand oder einfachen Knotens identisch.
Legen Sie wie gehabt die Krawatte so um den Hals, dass das breitere Ende rechts liegt und länger herunterhängt. Fassen Sie nun das breite Ende mit der rechten Hand und legen Sie es nach links über das schmale Ende, das Sie mit der linken Hand halten. Führen Sie nun das breite um das schmale Ende herum, so dass es links zu liegen kommt. Im Unterschied zum Four-in-hand wiederholen Sie diesen Schritt beim Albert, Sie führen also das breite Ende erneut nach links um das schmale Ende. Wenn Sie einen extrem voluminösen Knoten haben wollen, können Sie dies auch noch ein drittes Mal tun. Dann allerdings müssen Sie das breite Ende zu Beginn sehr viel länger als das schmale Ende herunterhängen lassen.
Im Abschluss ist der Albert praktisch identisch mit dem einfachen Knoten. Führen Sie das breite Ende unter den halben Knoten, den Sie etwas anheben. Führen Sie das breite Ende mit der linken Hand von unten über den halben Knoten, und ziehen Sie das ganze breitere Ende nach vorne durch.
Stecken Sie dann das breite Ende mit der rechten Hand zwischen die äußere und die darunter liegenden Lagen des Knotens und ziehen Sie es durch. Es kann sein, dass Sie es beim ersten Mal nicht hinbekommen, ohne die mehrfach herumgewickelten Lagen durcheinanderzubringen. Fangen Sie notfalls noch einmal von vorne an. Als letzten Schritt halten Sie das schmale Ende der Krawatte fest und ziehen den Knoten langsam zu.
Der Windsor-Knoten
Beim Windsor handelt es sich um einen Doppelknoten. Deshalb verbrauchen Sie dafür einen großen Teil des breiten Endes und müssen es dementsprechend zu Beginn sehr weit auf der rechten Seite herunterhängen lassen.
Führen Sie das breite Ende mit der rechten Hand nach links über das schmale Ende, das Sie mit der linken Hand ergreifen. Führen Sie das breite Ende von links nach rechts unter dem schmalen Ende herum. Ziehen Sie es dann über den Knoten zum Körper hin nach unten durch die Schlaufe. Das breite Ende muss danach – mit der Unterseite nach oben – nach rechts unten hängen.
Ergreifen Sie das breite Ende und schlagen Sie es nach links um den halben Knoten herum. Führen Sie nun mit der linken Hand das breite Ende an der Rückseite des Knotens von unten durch die den Hals umgebende Schlaufe. Anschließend ziehen Sie das breite Ende nach vorne über den halbfertigen Knoten und lassen es herunterhängen.
Stecken Sie die Spitze des breiten Endes unter der äußeren Lage des Knotens hindurch. Ziehen Sie es dann ganz durch und richten Sie vorsichtig den Knoten aus, indem Sie ihn behutsam festhalten und am schmalen Ende ziehen.
Auch beim Windsor sollte das breite Ende mit der Spitze etwa in Höhe des Hosenbundes enden. Das schmale Ende sollte kürzer sein oder gleich lang. Bei kleineren Männern kommt das häufig nicht perfekt hin. Damit das breite Ende in der richtigen Höhe endet, kann das zu lange schmale Ende dann unter den Hosenbund gesteckt werden.
Für sehr große Männer ist der Windsor häufig nicht geeignet, da er als doppelter Knoten so viel Krawattenlänge aufbraucht, dass der Binder einfach zu kurz wird.
Der „final touch“
Wenn Sie das Binden knotentechnisch gemeistert haben, geht es an die hohe Schule des Krawattenstylings. Sie verlangt, dass vor dem endgültigen Zuziehen eine Delle in das breite Ende gedrückt wird, und zwar kurz unter dem Knoten. Der Fachmann nennt sie „dimple“, was so viel wie Grübchen heißt. Einen sachlichen Grund gibt es dafür zwar nicht, aber die Seide wirkt durch die kleine Vertiefung einfach üppiger und der Knoten bekommt einen Hauch von lässiger Eleganz. Bei Krawatten aus bedruckter Seide hält sich der „dimple“ häufig nicht lange, das Material ist in der Regel einfach zu glatt. Besser klappt es mit griffigen Jacquards.
Ob man das schmale Ende nun noch durch die Schlaufe oder das Etikett schiebt, ist eine geradezu philosophische Frage. Der englische Gentleman würde es in jedem Fall tun, der italienische verzichtet lieber darauf. Und wer hat Recht? Keiner von beiden, es ist wieder mal Geschmackssache. Allerdings spricht einiges für die südländische Auffassung. Denn die Krawatte erinnert mehr an ein verwegen geschlungenes Seidentuch, wenn beide Enden locker aus dem lose gebundenen Knoten hängen.
Wer das Krawattebinden lernt, bekommt es als Grundgesetz mit auf den Weg, dass beide Enden auf gleicher Höhe sein sollen oder das breite Ende etwas über das schmale hinausragen darf. Auch hierzu haben die eleganten Italiener ihre eigene Meinung. Für sie ist ein schöner Knoten wichtiger als alles andere. Doch leider bekommt der Knoten in manchen Fällen nur dann das richtige Volumen, wenn er vor allem aus dem breiten Ende gebunden wird. Deshalb ist das längere schmale Ende südlich der Alpen kein seltener Anblick. Wer sich in der Vergangenheit schon einmal darüber gewundert hat, kennt nun den Grund.
zum Shop >>>